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Chronik

Unsere Geschichte seit 1955.

Anfang der 50er Jahre war es für Jugendliche in Oberleinach schwer, Geld zu verdienen. Die kleinen Landwirtschaften brachten gerade so viel ein, dass die Familien sich ernähren konnten; Arbeit gab es kaum – außer der Schwerstarbeit im Kalkofen am Hemmberg.

So kam man auf die Zapfen der Schwarzkiefer, deren Samen eine Firma aufkaufte. Im Spätherbst kletterte Jung und Alt in die Bäume und pflückte die grünen Zapfen. Vor Kirchweih wurde abgerechnet, und so konnte man auch mal ins Gasthaus gehen und ein Bier trinken. Bei dem einen oder anderen Bier entstand dann die Idee, einen Verein zu gründen …

Die Anfänge

  1. 1955

    Gründung der „Oberleinacher Wucht“

    Am 11. November 1955, es war Kirchweih, trafen sich im Nebenzimmer des Gasthauses Schuckert zehn junge Burschen und gründeten den Verein „Oberleinacher Wucht“:

    • Erhard Amrehn
    • Erwin Amrehn
    • Theo Amrehn
    • Adelbert Deckert
    • Josef Klüpfel
    • Paul Klüpfel
    • Alban Küffner
    • Klemens Küffner
    • Hermann Schuckert
    • Reinhold Schuckert

    Aufgenommen wurden nur Männer mit unbescholtenem Ruf, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten, in Oberleinach wohnten und ledig waren. Beschlossen wurde, Kameradschaft und Geselligkeit zu pflegen und – das Wichtigste – sich monatlich zu treffen.

    Wer aufgenommen werden wollte, musste eine Maß Bier auf einmal leertrinken. Neugewählte Vorstände zahlten ein paar Maß, ebenso wer ein Amt ablehnte. Das Schafkopfspielen nach den Versammlungen war obligatorisch – oft nahm Wirt Josef Schuckert den Spielern die Karten weg, weil er ins Bett wollte.

    Der erste Ausflug war eine Zweitagesfahrt mit dem Bus nach Rüdesheim. Die Drosselgasse und der Wein schufen eine bleibende Erinnerung.

    Die junge Wucht in den 1950er Jahren
    Die junge Wucht in den 1950er Jahren

1960er

  1. 1961–64

    Das Wörtchen „ledig“ wird zum Problem

    Anfang der 60er Jahre wurde es ruhig. Das Wort „ledig“ in der Satzung wurde für viele zum Grund auszuscheiden – jeder kam nun mal ins heiratsfähige Alter. Es blieb nur eine Handvoll Mitglieder, die Auflösung war nahe.

  2. 1964

    Neustart als „Leinacher Wucht“

    Am 11. November 1964, neun Jahre nach der Gründung, trafen sich 15 ehemalige und jetzt verheiratete Wuchtler und gaben dem Verein neues Leben. Aus „ledig“ wurde „verheiratet“, der Name wurde auf „Leinacher Wucht“ geändert.

    Bei den Monatsveranstaltungen wurde meist Schafkopf gespielt – der gesamte Gewinn wanderte in einen Topf, der jahrelang zum Erhalt des Vereins beitrug.

1970er

  1. 1971

    Sommerfest am „Golberi“

    Mit einer 2-Mann-Kapelle und Tanzpodium wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Daraus entstand ein öffentliches Sommernachtsfest und schließlich eine Festwoche – der Erlös von fast 800 DM bestärkte das Vereinsleben. Im Jahr darauf besuchte das Würzburger Prinzenpaar eine Faschingsveranstaltung der Wucht.

  2. 1975

    20 Jahre Wucht

    Samstags Tanz, sonntags Kirchenparade mit allen Vereinen und Frühschoppen mit der Jugendkapelle Unterleinach im Gasthaus Mahler, Ausklang im Sportheim. 1976 beteiligte sich die Wucht an der Kirchenrenovierung.

  3. 70er

    Das Straßenweinfest

    Oberleinach wurde wieder als Weinort bekannt: Die Wucht veranstaltete ein Straßenweinfest mit Leinacher Wein, dazu wurde ein Schwein geschlachtet und zu Hausmacher Wurst verarbeitet. Das Fest kam so gut an, dass es zur jährlichen Tradition wurde.

    Neben dem Straßenweinfest waren der „Geschlossene Abend“, ein Preisschafkopf und die Generalversammlung die Höhepunkte des Jahres.

    Voll besetztes Straßenweinfest
    Voll besetztes Straßenweinfest

1980er

  1. 1981

    25 Jahre und ein Spielplatz

    Das Jubiläum wurde im Sportheim mit einem kalten Buffet gefeiert. Der Kindergarten bekam eine Spende, und jedem „50er“ richtet der Verein seitdem ein eigenes Fest aus – mit einem Glaskrug als Geschenk, der heute das Wappen der Wucht und den Namen des Jubilars trägt.

    Im selben Jahr baute die Wucht den Kinderspielplatz am Sportheim und übergab ihn beim Weinfest an die Gemeinde.

    Übergabe des Kinderspielplatzes
    Übergabe des Kinderspielplatzes
  2. 1982

    Die erste Prunksitzung

    Nachdem die Gemeinde eine Mehrzweckhalle gebaut hatte, veranstaltete die Wucht ihre erste Prunksitzung. Den Programmteil gestaltete der Faschingsclub „Himmelstadter Göcker“, die Wucht übernahm Küche und Bewirtung – über 600 Essen. Der Erfolg setzte sich in vier weiteren Prunksitzungen fort; zum Schluss gab es sogar ein fast professionelles Männerballett und einen eigenen Elferrat.

    Prunksitzung in der Mehrzweckhalle
    Prunksitzung in der Mehrzweckhalle
  3. 1983

    Der WC-Wagen

    Im Mai erstand die Wucht für 50 DM einen alten Bauwagen und baute ihn zum WC-Wagen um – mit 3.000 DM und viel Schweiß.

    Umbau des Bauwagens
    Umbau des Bauwagens
  4. 1985

    Zeltgerüst und Flug nach Berlin

    Ehrenmitglied Waldemar Feldmann schenkte dem Verein ein Zeltgerüst, unter dem die folgenden Straßenweinfeste stattfanden.

    Anfang Oktober ging ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung: 28 Mitglieder flogen nach Berlin – für viele der erste Flug überhaupt.

  5. 1986

    Abschied von der Prunksitzung

    Die Mitglieder wurden älter, der Nachwuchs kam zögerlich – die Prunksitzung entfiel. 1988 feierte der Verein 33 Jahre „Leinacher Wucht“.

  6. 1989

    Eine Linde am Brunnen

    Als der Dorfplatz neu gestaltet wurde, übernahm die Wucht die Patenschaft für eine Linde am Brunnen. Im selben Jahr gab es zum ersten Mal drei Tage Weinfest – was viele lange abgelehnt hatten, wurde ein großer Erfolg.

    Die Linde am Dorfbrunnen
    Die Linde am Dorfbrunnen

1990er

  1. 1990

    Das Männerballett tritt noch einmal an

    Bei einer Prunksitzung des Freizeitclubs „Cosmos“ trat das Männerballett noch einmal auf. Helga Heinrichs baute bis zur letzten Stunde neue Leute ein, weil drei Mann kurzfristig ausfielen.

  2. 1991

    Bank, Festzelt und Prag

    Vor der Linde am Dorfbrunnen wurde eine Bank aufgestellt. Nach langem Hin und Her wurde das wuchteigene Festzelt umgebaut – über 3.000 DM nur für Plane und Eisenteile. Im Herbst ging es für drei Tage nach Prag.

    Umbau des Wuchtzelts
    Umbau des Wuchtzelts
  3. 1992

    Anhänger und Verkaufsstände

    Ein gebrauchter Anhänger für das Wuchtzelt wurde angeschafft, dazu neue Verkaufsstände für die Feste in Leinach.

  4. 1994

    Spreewald und neue Satzung

    Der Ausflug führte in die neuen Bundesländer mit Kahnfahrt im Spreewald. In der Generalversammlung wurde beschlossen: Der Familienstand spielt keine Rolle mehr – das Wort „verheiratet“ wurde ersatzlos gestrichen.

  5. 1995

    40 Jahre Wucht, 20 Jahre Weinfest

    Zum ersten Mal fand das Fest nicht am Brunnenplatz, sondern am Festplatz vor dem Bauhof statt: Preisschafkopf am Samstag, Festgottesdienst mit den Fahnenabordnungen der Leinacher Vereine am Sonntag. Geweiht wurde die Standarte, gestiftet von Ehrenmitglied und Schirmherr Armin Klüpfel. Statt Gastgeschenken gingen 2.000 DM an die beiden Kindergärten.

  6. 1996–97

    Budapest und ein Sturm

    1996 ging es nach Budapest. 1997 zerriss beim Weinfest am Festplatz eine Sturmböe die Zeltplane, der Festbetrieb wurde eingestellt. Die Einnahmen der Altpapiersammlung, 444 DM, bekam das Jugendzentrum Leinach für eine Musikanlage.

    Festplatz am Bauhof
    Festplatz am Bauhof
  7. 1998

    Wechsel an der Spitze

    Rudi Sittauer gab nach 23 Jahren die Führung an Erich Rothenhöfer ab. 1999 kehrte das Weinfest nach einjähriger Pause in die Friedenstraße zurück.

2000er

  1. 2000

    Tannenzapfen und Blue Moon

    Im Januar lebte die alte Tradition des Tannenzapfenrupfens wieder auf – vom Erlös wurden am Faschingsdienstag die Kinder im Sportheim versorgt. Im Oktober folgte ein Tanzabend mit „Blue Moon“ in der Leinachtalhalle.

  2. 2001

    Schwarzwald und Friedhof

    Weinfest in der Friedenstraße, Ausflug in den Schwarzwald. Außerdem stellte die Wucht Lampen auf und verlegte Kabel an den Gehwegen im Friedhof Oberleinach.

    Arbeitseinsatz am Friedhof
    Arbeitseinsatz am Friedhof
  3. 2003

    Das letzte Straßenweinfest

    Beim Dorffest „25 Jahre Leinach“ war die Wucht dabei. Im selben Jahr fand letztmalig das traditionelle Straßenweinfest in der Friedensstraße statt.

  4. 2004

    Spielplatz „Am See“

    Neuer Zaun und neue Eingangstür am Spielplatz – und beim Ortsturnier der SpVgg belegte die Auswahl der Wucht den 1. Platz.

  5. 2005

    50 Jahre Wucht

    Das Jubiläumsjahr begann im April mit einem Beatabend mit „Jukebox“ in der rammelvollen Leinachtalhalle. Im Juli folgte das Jubiläumsfest am Festplatz von Samstag bis Montag. 500 € gingen an den Verein „Fortschritt“ Würzburg.

  6. 2006

    Kalkofen und Rastplatz

    Die Wucht beteiligte sich an der Sanierung des Kalkofens am Volkenberg/Espenloh und beräumte den alten Hohlweg. Am Spielplatz „Am See“ entstanden neues Pflaster und ein Rastplatz. Ausfahrt in die Rhön mit Kreuzberg und Salzbergwerk Merkers.

  7. 2007

    Kletterburg und erstes Kalkofenfest

    Unter der Leitung von Jürgen Moosburger baute die Wucht am Spielplatz eine Kletterburg in Eigenleistung – Neupreis rund 7.500 €, die Materialkosten von 2.500 € übernahm die Gemeinde.

    Im September fand zusammen mit der AGENDA 21 das 1. Kalkofenfest am Espenloh statt, 2008 und 2009 gemeinsam mit weiteren Leinacher Vereinen wiederholt.

    Die neue Kletterburg
    Die neue Kletterburg

2010er

  1. 2011

    Kalkofenfest in Eigenregie

    Casino-Party mit selbstgebauten Spieltischen in der Leinachtalhalle und das erste Kalkofenfest in Eigenregie – fortan das Steckenpferd der Wucht. Jürgen Moosburger übernahm von Erich Rothenhöfer das Amt des 1. Vorstands.

  2. 2012

    Abschied von Rudi Sittauer

    Im März Beatabend mit „First Generation of Number Nine“. Im selben Jahr nahm der Verein Abschied von Ehrenvorstand Rudi Sittauer. Beim Kalkofenfest am 14. August waren Holzkohlegrill und „Wuchtbrummer“ die Spezialitäten.

  3. 2013–14

    Plattenparty und Waldweihnacht

    Plattenparty in der Leinachtalhalle, Kalkofenfest und Unterstützung des Elisabethenvereins bei seiner 100-Jahr-Feier. 2014 wurde die Kletterburg von Grund auf saniert.

    Seit der Waldweihnacht 2014 ist die Wucht Gesellschafter der Leinacher Waldweihnacht GbR und übernimmt jedes Jahr den Hauptgetränkestand.

  4. 2015

    60 Jahre – die „Hitzeschlacht am Brunnenplatz“

    In Erinnerung an die Straßenweinfeste feierte die Wucht am Brunnenplatz – bei bis zu 40 °C im Schatten. Preisschafkopf und ein Samstagabend mit dem „Weekend-Express“ rundeten das Stiftungsfest ab, während die Kühlgeräte aus dem letzten Loch pfiffen.

  5. 2018

    Street Food statt Festzelt

    Der altgediente Toilettenwagen bekam eine Generalsanierung. Beim Jubiläum „40 Jahre Leinach“ verkaufte die Wucht Wildbratwurst und Süßkartoffelpommes. Die Mitgliederfahrt führte nach Bonn.

  6. 2019

    Andreas Sittauer übernimmt

    Jürgen Moosburger übergab die Führung an Andreas Sittauer.

2020er

  1. 2020–21

    Corona

    Im 65. Jubiläumsjahr musste alles abgesagt werden. Im Sommer 2021 gab es endlich wieder ein Vereinstreffen am Waldweihnachtsgelände, im November eine Generalversammlung unter Auflagen – die Waldweihnacht fiel erneut aus.

  2. 2022

    Brückenschoppenfest

    Das lang geplante Brückenschoppenfest in der Ortsmitte neben dem Dorfladen wurde auf Anhieb ein voller Erfolg. Am zweiten Advent kehrte die Leinacher Waldweihnacht nach zwei Jahren Pause zurück.

  3. 2023

    Weinfest am Rathaus

    Wegen der Neugestaltung der Ortsmitte zog das Brückenschoppenfest ans Rathaus – und heißt seitdem „Weinfest am Rathaus“.

  4. Heute

    Die Wucht heute

    50. Geburtstage, Vereinstreffen und Feste prägen das Vereinsleben. Viele junge Männer sind dazugekommen, um den Nachwuchs muss sich die Wucht keine Sorgen machen.

„Auf die Leinacher Wucht ein dreifach kräftiges Gut Schluck!“